Eine kleine Einführung

Historischer Abriss: Konzept der Schiebetür

Die Entwicklung der Städte und des Eigentumswohnungsmarktes haben das Interesse für Schiebetürsysteme neu belebt, da sie platzsparend sind und den aktuellen Designtendenzen entgegenkommen.

In den modernen Wohnvierteln finden Schiebetürenhäufig Verwendung, sowohl in kleinen Räumen (Bäder, Abstellräume, Waschküchen) als auch bei großen und lichtdurchfluteten Flächen, wo sie als Raumteilereingesetzt werden. Schiebetüren lösen auch das Problem des Öffnens und Schließensder herkömmlichen Flügeltüren und tragen dazu bei, einen Raum komfortabel, funktionell und barrierefrei zu gestalten.

Die Vorteile aus dem Einbau von Schiebetüren habenmehrere Autohersteller dazu veranlasst, ähnliche Lösungen bei einigenAutomodellen umzusetzen, vor allem bei den Großraumvarianten. In diesem Fall führendie seitlichen Schiebetüren zu einem größeren Komfort des Fahrzeugs underleichtern den Zugang zum Innenraum.

Schiebetüren sind allerdings keine moderne Erfindung, ganz im Gegenteil. Ihr Ursprung verliert sich im Dunkel der griechischen und römischen Geschichte und lässt sich nur schwer mit Bestimmtheit festlegen. In der Stadt Pompeji kann man heute noch Spuren von Laufschienen erkennen, die auf die Verwendung von Schiebetürsystemen im ersten Jahrhundert n. Chr. hindeuten. Im Laufe der Zeit wurden die Schiebetüren in Großbritannien zwischen dem Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhundertsäußerst populär, vor allem in den Salons der im viktorianischen Stilerrichteten Häuser. Die Türen glitten vom Boden abgehoben in einer obenangebrachten Laufschiene eingehängt oder in einer Führung im Fußboden.

Parallel dazu wurden die Schiebetüren unter dem Namen Fusuma auch ein allgemeiner Bestandteilder asiatischen Einrichtungskultur.

Die ab 1875-1880 verbreiteten Fusuma sind Türen aus blickdichten vertikalen Rechtecken und einem gitterartigen Holzrahmen, der mit Pappe undeiner Schicht aus Papier oder Stoff auf beiden Seiten bespannt ist.  In der Regel haben die Türen einen schwarz lackierten Rand und eine runde Griffschale, damit die Tür mit den Fingern bewegt werden kann. Sie können von einer Seite zur anderen geschoben werden, um den Raum oder den Aufbau eines Zimmers neu zu gestalten, oder sie dienen als Schranktüren. Typischerweise sind die Türen circa 3 Fuß breit (0,9 Meter) und 6Fuß hoch (1,8 Meter), wobei sie sich nach der durchschnittlichen Größe der jeweiligen Person richten.

Üblicherweise wurden die Fusuma mit der Natur nachempfundenen Szenen bemalt, mit Gebirgs- landschaften, Wäldern oder Tieren, in schwarz-weißoder in Farbe, häufig auf silber- oder goldfarbenem Untergrund. Die Fusuma laufen auf zwei auf dem Fußbodenverlegten Schienen und auf dem Träger, der sie aufnimmt. Die obere Schiene wirdals kamoi, Architrav ,(鴨居, wörtlich „Ort der Wildenten“) bezeichnet, während die untere Schiene shikii, Schwelle, (敷居) heißt. Sie wurden traditionell gewachst, um die Gleitbewegung der Fusuma und Shōji zu erleichtern. In letzter Zeitist man jedoch zur Verwendung eines Gleitstreifens aus Polyvinylchlorid übergegangen.

Die Fusuma bilden eine Variante der vor der Wand laufenden Gleittüren,da die Türflügel auf außerhalb der Wand verlaufenden Schienen gleiten und dasTürblatt sichtbar bleibt.

Bei diesem Lösungsansatz wird nichtein Einbaukasten, sondern nur der Gleitsatz in der Wand installiert.

(Quelle: http://it.wikipedia.org/wiki/Fusuma).

Versenkbare Schiebetürsysteme: Was ist ein Schiebetürelement?

Die Innovation des "versenkbaren” Schiebetürsystems hingegen ist eine rein italienische Erfindung, die der Firma Vighi srl in Reggio Emilia zugeschrieben wird. Sie hat 1969 zum ersten Mal den Einbaukasten für Gleittüren vermarktet.

Der Einbaukasten für versenkbare Schiebetüren gilt als das System schlechthin, das ein Gleiten des Türblatts undein Versenken in der Wand ermöglicht.

Der Einbaukasten ist je nachgeographischer Zone auch als Blendrahmen, Blindstock oder Blockrahmen bekannt. Allgemein versteht man unter Einbaukasten eine Konstruktion oder einen Träger, die den Einbau einer Tür in einen Wandraum ermöglichen. Die wichtigste Aufgabedes Einbaukastens besteht daher in der exakten Festlegung des Bereichs, in den die Tür oder das Fenster eingebaut werden sollen, wodurch Öffnungen in der genauen Größe und Ausrichtung geschaffen werden.

Im speziellen Fall der versenkbaren Schiebetüren ist der Einbaukasten ein metallisches Gestell, das aus einem Kasten in der Wand und einem Schiebesystem (Schiene) besteht, in dem das Türblatt in der Wand läuft. Der bekannteste Einbaukastentyp für Schiebetüren verwendet ein Befestigungs-systemauf der oberen Seite. Bei schweren Türblättern wird die Tür am oberen Teil des Einbaukastens befestigt. Ein typisches Beispiel dafür sind die Einbaukästen für Außenanwendungen.

Damit ein Einbaukasten als hochklassiges Qualitätsprodukt eingestuft werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Robustheit und Zuverlässigkeit. Nach seiner Montage wird der Einbaukasten zu einem wesentlichen Wandbestandteil. Da er einen Teil der Wand ersetzt, muss er genau so widerstandsfähig sein.
  • Langlebigkeit. Rollwagen und Schiene (Gleitsystem) müssen stets leichtgängig sein. 
  • Unveränderlichkeit. Der Einbaukasten darf sich weder bei der Montage noch im Laufe der Zeit verformen. Etwaige Durchbiegungen würden das Gleiten der Tür erschweren. Ein Einbaukasten muss nicht nur die ursprünglichen Leistungsmerkmale bewahren, sondern darf auch das Aussehen und den Bestand der Wand nicht verändern. Wenn ein Einbaukastenmodell ohne Außenabschlussbearbeitung eingebaut wird, dienen die vorverputzten Profile dazu, Risse im Putz zu vermeiden. 
  • Einfacher Einbau und Wartung. Ein Einbaukasten darf die funktionellen Bedürfnisse von Maurern und Installateuren nicht unberücksichtigt lassen. Ein Produkt, das sich auch von weniger erfahrenem Personal zusammenbauen lässt, erleichtert die Montagearbeit. Eventuelle Wartungsmaßnahmen oder der nachträgliche Einbau von Zubehör müssen ohne Eingriff in die Wandstruktur möglich sein.